Amelie Solja' Tagebuch von den Jugend-Weltmeisterschaften in Linz


Tag 1 - Samstag, 10.12.05
Tag 2 - Sonntag, 11.12.05
Tag 3 - Montag, 12.12.05
Tag 4 - Dienstag, 13.12.05
Tag 5 - Mittwoch, 14.12.05
Tag 6 - Donnerstag, 15.12.05
Tag 7 - Freitag, 16.12.05
Tag 8 - Samstag, 17.12.05


 

Sieg gegen Chile und Niederlage gegen Spanien

Unser erstes WM-Spiel haben wir mit 3:0 gegen Chile gewonnen. Ok, die waren nicht so stark und das Match war ziemlich schnell vorbei. So hatten wir genug Zeit, um uns auf das Spiel gegen die Europameisterinnen aus Spanien vorzubereiten. Wir wollten unbedingt gewinnen, weil das den 1. Gruppenplatz bedeutet hätte. Lulu legte dann auch gut vor und gewann 3:0 gegen Sarah Ramirez. Ich spielte gegen Dvorak eigentlich sehr gut, aber bei 9:9 habe ich dann regelmäßig zwei Punkte verloren, weil ich zu schlecht vorbereitet immer mit der Vorhand schießen wollte. Und so musste ich sogar ohne Satzgewinn in diesem Match bleiben. Nachdem Fulja super gegen die Nummer 3 der Spanierinnen gewonnen hatte und Lulu gegen Dvorak auch verloren hatte, musste ich das letzte und entscheidende Spiel gegen Ramirez machen. Ich hatte noch nie gegen sie gespielt und war sehr gespannt, wie sie gegen mich spielt. Aber sie spielte unglaublich gut und mit ihren Topspinbällen konnte ich nur wenig anfangen und machte viele Blockfehler.

Alles in allem gefällt es mir sehr gut hier in Linz. Es ist irgendwie doch etwas anderes, als eine JEM. Hier ist alles viel professioneller und größer. Man merkt schon, dass dies hier eine richtige Weltmeisterschaft ist und jeder, der hier spielt kann gut Tischtennis spielen.

Interessant ist für mich zu sehen, wie die anderen Nationen so im Training sind. Bei den Koreanerinnen z.B. ist es so, dass sich alle Spielerinnen in eine Reihe stellen, dann sagt der Trainer was und anschließend verbeugen sich alle. Das ist wie beim Militär. Aber eigentlich gar nicht so schlecht, alles sehr diszipliniert. Trotzdem sieht man den Spielerinnen an, dass sie unheimlich Spaß am Tischtennis haben.

   

Auf dem Zimmer bin ich mit Katharina Michailova. Mit ihr verstehe ich mich total gut und wir waren auch schon bei den German Open in Magdeburg oft zusammen. Mein Vater ist natürlich auch da und analysiert gewohnt kritisch mein Spiel.

Jetzt habe ich schon ein bisschen Bedenken, dass ich gegen Brasilien nicht spielen darf, weil ich die zwei Spiele gegen Spanien verloren habe. Mal sehen, hoffentlich darf ich morgen wieder ran. Dann wollen wir den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen.

Eure Amy


mein Vater Pavel